3. Juni, 2010

Von Den Helder (Holland) nach Hartlepool (Nordost England)

Ja, die UNDINE hat uns wieder. Nach der langen Winterpause und einer Runderneuerung ist sie wieder fit wie ein Turnschuh. Wir, Horst, unser Skipper, Gerd, Frank und ich, Thomas, haben in Den Helder auf günstige und stabile Wetterbedingungen gewartet, um den rd. 260 sm Törn nach Hartlepool , unserer ersten Anlaufstelle auf englischem Boden, an zu gehen. Der Kurs führt uns quer über die Nordsee in nordwestlicher Richtung.

Am Montag (31.5.) ist es soweit. Zwar ist zunächst noch Wind von Nord West (5-6) angesagt, der aber über Ost auf Süd abnehmend drehen soll. Wir laufen um 16 Uhr aus. Der Lorenz lässt die holländische Küste in den schönsten Farben leuchten, während wir unter Vollzeug durch die Wattensee segeln und der Küstenstreifen am Horizont verschwindet. Segeln kann soooo schön sein! Solange noch Empfang da ist, werden schnell die letzten Gespräche geführt und SMS verschickt. Dann bleibt als Schnittstelle nur noch der Funk! In der ersten Nacht bläst der Wind noch kräftig und die See ist noch unruhig, bedingt durch die letzten Starkwindtage.

Nahe der Küste ist noch viel Schifffahrt  auszumachen. Wir halten respektvollen Abstand…. Links und rechts etliche Bohrinseln, die in der Nacht beleuchtet sind wie kleine Ortschaften in einem dunklen Tal. In den Morgenstunden geraten wir in die berüchtigten und unkalkulierbaren Nebelbänke in der Nordsee. Frank holt die Freiwache aus der Koje zum Warschauen. Ich zittere, mir ist kalt. Kein Wunder – raus aus der muckligen  Penntüte in 8 Grad kalte mit feinsten Wassertröpfchen geschwängerte Luft. Ja, segeln kann sooo schön sein…. Der Skipper funkt die holländische Küstenwache an. Wir müssen wieder einmal durch ein Verkehrstrennungsgebiet, in dem mit Berufsschifffahrt zu rechnen ist. Die Küstenwache kann uns auch nicht wirklich weiterhelfen und verabschiedet sich mit – Good luck! Also heißt es großen Radarreflektor raus und ins Top gezogen, damit wir auch gut „gesehen“ werden und abwechselnd (lecker!) ans schiffseigene Nebelhorn, mundgeblasen! und…ganz langsam ….durch! Wir kommen uns vor, wie eine Schnecke die bei Nebel über die Autobahn muss. Aber wir haben ja einen Radarreflektor! Kurz gesagt, der Nebel klart etwas auf und wir erreichten die rettende „andere Straßenseite“.

Inzwischen haben wir den Jockel angeworfen. Der Wind ist, wie vorhergesagt, eingeschlafen. Es wird  gejockelt! Schließlich haben wir ein festes Ziel und nicht unendlich Zeit.

Unterwegs werden wir zeitweise von einem Grünfinken, der sich wohl auf die offene See verirrt hat begleitet. Er sucht Schutz in unsrer Kajüte und an meiner Kleidung, die wir ihm gerne gewähren, bis er sich entschließt weiterzufliegen.

Die See ist inzwischen flach wie ein Brett. Ideale Voraussetzungen für Whale Watching!  Im  Sonnenschein tauchen vor uns immer wieder Wale und Tümmler auf. Natur pur.

Frank angelt (nicht die Wale!) und versucht uns eine frische Abendmahlzeit aus dem Wasser zu ziehen. Sonst ist er immer erfolgreich – nur heute nicht! Gut dass wir reichlich eingekauft haben. Ansonsten wartet ja auch noch die gute englische Küche auf uns… .  Heute, Mittwoch, im Laufe des späteren Nachmittags, haben wir unsere Zwischenetappe Hartlepool erreicht.  Zeit für `ne Dusche und ein bis zwei englische Biere… ! Und ein köstliches KFC Menü.  Das ist allerdings eine weitere Geschichte.

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