9. Juni, 2008
Blankenberge – London Tower Bridge
Um 4:15 springt der Diesel an und wir sind dabei. Am westlichen Himmel lässt die Sonne ihre Vorboten heraus. Wir gleiten zwei Stunden nach Hochwasser aus dem Hafen in die Nordsee und folgen der Betonnung. Bald liegt Blankenberge hinter und Ramsgate, unser Tagesziel, vor uns. Vier Windstärken sind zu wenig zum Segeln, wir motoren weiter. Es wird ein klassischer Motortag. Die Sonne geht blutrot auf und wir folgen dem Verkehrstrennungsgebiet gen Westen, während uns große Containerschiffe begleiten bzw. unseren Kurs kreuzen.
Es scheint ein ruhiger Motortag zu werden. Nach ca. 30 sm geraten wir, eh wir es ändern können, in diese für die Nordsee typischen „Fogpatches“. Wir haben schlagartig weniger als 50 m Sicht und befinden uns außerdem mitten in einem Verkehrstrennungsbebiet. Schlechter hätte es nicht kommen können. Immerhin besteht die Möglichkeit von den Frachtern auf ihrem Radar nicht oder zu spät wahrgenommen zu werden. Wir legen eine fünfstündige Pause ein, an einer (für unseren Tiefgang ungefährlichen) Untiefentonne. Die Zwischenzeit nutzen wir für ein Mittagessen mit frisch gefangenen Makrelen. Fünf Fische landen auf unseren Tellern. Petriheil Frank!
Es klart schließlich etwas auf und wir setzen unseren geplanten Kurs fort Richtung Ramsgate. Der Sonneuntergang vor der englischen Küste ist unvergesslich. Im Hafen von Ramsgate erleben wir einen Tiedenhub von gut 5,5, m – beeindruckend. Leider haben wir keine Zeit uns das schöne Ostküstenstädtchen näher anzuschauen. Das Hochwasser in der Themsemündung steht kurz bevor und wir laufen bereits um 9:30 Uhr wieder aus.
In den ersten zwei Stunden geht es noch mit 1,5 kn Strömung gegen an, dann setzt die Flut ein und wir kommen mit bis zu 2 kn Strömung im Nacken London immer näher. Am Nachmittag legen wir mit Ende der Flut an einer Mooring in Gravesend an und warten die Gezeiten bis zum kommenden Morgen gemütlich ab. Der ist Name ist Programm. Links und rechts der Themse Industriegebiet und ein Kraftwerk. Dennoch – Zeit zum Reden und Lesen und für kleine Schiffsreparaturen.
Am Morgen mit der Flut geht es Richtung London. Es ist Samstag und wir sind fast alleine auf dem Fluß unterwegs. Je näher wir an unser Ziel kommen, desto dichter wir die Bebauung zu beiden Seiten des Flusses. Die alten Docks sind zu mondänen verglasten Wohnblocks geworden. Hier lässt es sich aushalten. Wir Überfahren den Null Meridian! (Foto)
Schließlich erreichen wir unser Ziel St. Kathrins Dok in unmittelbarer Nähe der Tower Bridge. Der Hafen fällt nicht trocken. Daher wird nur kurz vor und nach Hochwasser geschleust. Jedenfalls ist die Lage erstklassig im Herzen von London, um die Stadt zu erkunden. Soviel erste Sahne Lage hat auch in der teuersten Stadt Europas ihren Preis – 90 GBP (ca. 130 €) für zwei Tage (!). Das ist happig….. Dennoch, London ist schon quirlich – auch am Wochenende. Wir erkunden die Stadt…;-))
