18. Oktober, 2006
Familientörn 2004 – Dänische Südsee
Text: Thomas Kiessner, Bilder: Thomas Kiessner, Moritz Brilo, Ernst-Günter Weiß und Gerd Lackner.
Der Sommer an der Ostsee reizte 22 Jung- und Altsegler zu einem gemeinsamen Törn durch die Ägäis der Ostsee. Vielen Seglern auch unter dem Begriff Dänische Südsee bekannt. Der Segelclub Marl hatte einen Törn mit breiter Beteiligung geplant. Es waren neben den erfahrenen Skippern auch eine Zahl von Segelneulingen und Kindern dabei – schließlich sollte es ein Familientörn werden.

- 1. Tag: Anreise
2. Tag: Flensburg – Dyvig
3. Tag: Dyvig – Lyö
4. Tag: Lyö – Svendborg
5. Tag: Svendborg – Aerösköbing
6. Tag: Aerösköbing – Maasholm
7. Tag: Maasholm – Flensburg
8. Tag: Abreise
1. Tag: Anreise (21.08.2004)
Am Samstag Mittag trudeln die Fahrgemeinschaften in Flensburg ein. Die vier Bavaria 36 sind schnell gefunden. Beim Beladen der Schiffe geht es zu wie in einem Taubenschlag. Schließlich muss für eine Woche Proviant gebunkert werden. Na ja – einige Crews scheinen wohl für drei Wochen eingekauft zu haben!

Die Schiffe haben nach dem Proviantieren bestimmt 20 cm mehr Tiefgang!!!
Zur Einstimmung auf die gemeinsame Woche, wird für den ersten Abend ein Restaurantbesuch in der Flensburger Innenstadt geplant – Besprechung.

2. Tag: Flensburg – Dyvig (22.08.2004)
Sonne und guter Wind (ca. 4 Bft. ) wecken uns. Um 10 Uhr legen wir ab, schließlich haben wir uns für den ersten Tag ca. 35 sm vorgenommen und wir wollen Dyvig nicht zu spät erreichen.
Am frühen Nachmittag liegt die Innenförde hinter uns und das erste Zwischenziel “Sonderborg” auf dänischer Seite ist erreicht.

Bei herrlichem Sonnenschein und ordentlichem Wind geht es “gegenan” unter Motorkraft durch den Alsund in Richtung Naturhafen Dyvig, den wir gegen 16 Uhr erreichen.
Der Wind schläft gegen Abend ein, die Sonne lacht.
Grillmöglichkeiten laden ein und wir lassen uns nicht zweimal bitten!

3. Tag: Dyvig – Lyö (23.08.2004)

Ein herrlicher Sonnenaufgang weckt uns. Es ist windstill! Das Wasser im Hafen von Dyvig ist spiegelglatt.

Erst im Kleinen Belt kommen nachmittags 3-4 Windstärken auf und treiben uns in Richtung Osten.
Die Insel Lyö ist unser Tagesziel. Die kleine Insel wird landwirtschaftlich genutzt und es gibt nur begrenzte Einkaufsmöglichkeiten beim “Koebmand”.

Ebenso klein wie beschaulich ist der Hafen. Es empfiehlt sich früh dort zu sein – sonst wird es eng! …und flach – wir haben Grundberührung. Gott sei Dank sind keine Steine da. Der Grund ist wohl schlickig.
4. Tag: Lyö – Svendborg (24.08.2004)
Ein Vierer aus Südsüdost ist angesagt. Zwischendurch regnet es. Wir sind entsprechend gekleidet!

Hart am Wind geht es mit einem kurzen Schlag (ca. 25. sm) nach Svendborg, der zweitgrößten Stadt der Insel Fünen.

Wir liegen im Industriehafen, dessen Toilettenanlagen berüchtigt sein sollen. Nach einer kurzen Probebefahrung, werden sie von den Testern als i. O. befunden.
Die Einkaufszone und Altstadt laden zum Bummeln ein. Die Sonne scheint wieder und wir sitzen bei einem Tässchen draußen im Cafe. Ja, so macht Urlaub Spaß!

5. Tag: Svendborg – Aerösköbing (25.08.2004)
Aerösköbing – mit seiner historischen Altstadt. Das kleinste Haus Dänemarks ist wohl das meistfotografierte. Der Wind steht zwar ungünstig – aber dieses historische Kleinod auf der Insel Aerö ist für Segeltouristen schon fast ein Muss. Bei herrlichem Wetter kreuzen wir noch ein wenig vor der Insel – der Tag ist noch jung.

Schließlich legen wir nicht zu spät, im Industriehafen an. Er ist halt näher an der Altstadt und wenn man rechtzeitig da ist, bekommt man auch ein gutes Anlegeplätzchen. Er ist inzwischen gut für Segler ausgebaut.

Die Altstadt ist wieder einen Besuch wert und wir belohnen uns mit köstlichem dänischen Eis und einem leckeren Fisch am Hafen. Oder war die Reihenfolge umgekehrt? Hm??!

6. Tag: Aerösköbing – Maasholm (26.08.2004)
Der Wind dreht über Süd auf West mit vier bis fünf Windstärken. Wir entschließen uns am vorletzten Tag unserer Reise in die Schlei nach Maasholm einzulaufen.

Zunächst geht es hart am Wind um die Nordspitze von Aerö und dann wiederum hart am Wind nun auf der Backbordseite liegend quer durch den Kleinen Belt Richtung Schleimünde. Im Kleinen Belt ziehen ein paar kräftige Schauerböen über uns hinweg. Wir versuchen noch einmal zu angeln. Wahrscheinlich haben wir nicht genügend Ausdauer. Nichts!

Gegen 18 Uhr laufen wir in die Schlei ein. Unsere Segelkameraden liegen schon im Hafen und weisen uns über Funk eine leere Box im Yachthafen zu. Wieder ein herrlicher Sonnenuntergang (über dem Rettungskreuzer) und dazu eine frische Briese herrlicher Ostseeluft!

7. Tag: Maasholm – Flensburg (27.08.2004)
Schiet Wedder! Bis 6 Windstärken aus West und es regnet. Tut das Not? Am letzten Tag regnet es – bis abends, wie sich später herausstellt. Es nutzt nichts – wir wollen abends im Flensburger Heimathafen sein. Schnell treibt uns der Wind die holsteinische Küste herauf. Am Leuchtturm Kalkgrund luven wir an soweit es geht. Ein, zwei Schläge und wir sind in der Innenförde, die uns den Kurs vorgibt.

Halbwind-, Amwindkurs …. Wir sind durchnässt und schmeißen auf den letzten Seemeilen den Jockel an. Erschöpft und nass aber guter Laune schmeckt ein Anleger besonders gut, na dann “Prost”.
Die Reise endet so, wie sie begonnen hat. Zu einer fröhlichen Abschlussrunde sitzen wir in einem Flensburger Brauerei und lassen bei dem einen oder anderen Gläschen das Erlebte Revue passieren.
8. Tag: Abreise (28.08.2004)
Der Abreisetag zeigt sich dann wieder von seiner besten Seite. Es wird klar Schiff gemacht und hierbei zeigt sich, dass einige Crews tatsächlich für drei Wochen Proviant gebunkert hatten. Alle Reste werden verteilt und dann wird es Zeit Abschied zu nehmen. Hinter uns liegt eine wunderbare Reise, die allen Teilnehmern viel Spaß gemacht hat und von der auch die Segelneulinge begeistert waren. Nach dem Abschlußfoto fahren alle Teilnehmer bei sonnigem Wetter in Richtung Ruhrgebiet.
